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Kann ich mein Haustier als Erben einsetzen?

von Sabrina Ebelnkamp

Guten Tag,

um es vorwegzunehmen: Das ist nicht möglich.

Als Erben kommen Menschen, aber auch Kapitalgesellschaften wie zum Beispiel eine GmbH oder Aktiengesellschaft (AG) und auch Vereine in Frage. Tiere können jedoch nicht erben.

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt in § 1921, dass nur erben kann, wer „rechtsfähig“ ist. Die Rechtsfähigkeit ergibt sich unter anderem aus § 1 BGB, da hier die Frage der Erbfähigkeit von Tieren zu klären ist. Und § 1 BGB bezieht diese Rechtsfähigkeit auf Menschen. Erbfähig ist danach nur, wer die Fähigkeit besitzt, die sogenannte Rechtsnachfolge eines Verstorbenen anzutreten. Es geht hier schließlich um die Übernahme des gesamten Nachlasses, also sowohl mit Rechten als auch mit Pflichten. Und Tiere – auch wenn sie keine „Sachen“ sind – werden nach § 90a BGB als Sachen behandelt. Alle für Sachen geltenden Vorschriften finden auf sie Anwendung. Das führt dazu, dass Tiere – als Eigentum des Erblassers – bei dessen Tod Teil der Erbmasse werden und eben nicht selbst Erbe.

Im Wissen darum kann der Erblasser jedoch in seinem Testament seine Erben in Form von Auflagen verpflichten, mit dem Tier nach dem Tod des Eigentümers so zu verfahren, wie dieser es sich wünscht. Damit lässt sich für das Tier auch nach dem Tod des Erblassers ein Leben in seinem Sinne erreichen.

Um dieses schöne Ziel auch durchzusetzen und zu verhindern, dass das Tier - unter Missachtung dieser Auflage durch die Erben – verkauft oder ins Tierheim abgeschoben wird, gehört damit – auch – in ein solches Testament die Einsetzung eines Testamentsvollstreckers, der für die Umsetzung der Auflage im Sinne des Erblassers Sorge trägt!

Eine gute Zeit wünscht Ihnen

Ihr Frank Hartmann

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